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Menonitas no Brasil

Mennoniten in Brasilien

   Nachrichten und Mennonitische Geschichte 

06.04.2026


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Editor: Udo Siemens

Nova edição: segundas, às 13 hs

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Bilder reden oft eindrucksvoller als ein langer Text. Kann man sich hier hineindenken, wie es dieser Jakob Neufeld empfunden hat, von den endlosen Steppen Russlands in den Urwald zu kommen und auf so mühsamer Weise ein Stückchen freies Land zu bekommen, wo er den so notwendigen Mais pflanzen musste und zwar so viel, dass die ganze 
Familie Brot für ein ganzes Jahr bekommt?

 


Die Mennoniten Brasiliens sterben aus

Ihre Geschichte aber bleibt.
Peter Klassen, Paraguay, hat sie aufgezeichnet.
Schauen wir uns Teile daraus noch mal an!


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Die Mennoniten Brasiliens sterben aus

Ihre Geschichte aber bleibt.

Peter Klassen, Paraguay, hat sie aufgezeichnet.

Schauen wir uns Teile daraus noch mal an!

Teil 10

     

      In einer Ausgabe von Bibel und Pflug vom 1. September 1995 lesen wir sehr scharfe Reaktionen gegen die Geschichte der brasilianischen Mennoniten von Peter Klassen. Da wird folgendes Gespräch wiedergegeben:

 - A.F./B.: „Warum werden unsere Väter so in den Dreck getreten?

- „Haben Sie das Buch gelesen?

- „Bis Seite 17. Was ich dann von anderen gehört habe, hat mir gereicht!

      Ein anderer, dessen Namen sich unter den Buchstaben L.P.H./B. urteilt: „Das Buch müßte verbrannt werden!

      Im heutigen Text und in der kommenden Ausgabe stossen wir auf den Kern dieses Streites der Leiter.

      Der erste Leiter war Heinrich Martins gewesen, von B.H.Unruh selbst eingesetzt. Er hielt es nur 3 Jahre aus und verliess dann die Siedlung. Dann übertrug man es dem Schreiber der "Brücke", Peter Klassen. Dieser war wahrscheinlich ein freundlicher Mensch, der es allen Recht machen wollte und bald dann auch davon müde wurde. Am Ende seiner Amtszeit schrieb er: "so daß es mir lieb wäre, wenn wir zu einer strafferen Ordnung kommen könnten."

      Warum meinte er das? In den Siedlungen wurde Unfug getrieben, der Genuss von Alkohol war bei einigen grenzenlos und führte zu Unordnung und schlechtem Zeugnis besonders, wenn diese Personen dann aus der Kolonie hinausfuhren.

      Peter Klassen fand in H.H.Löwen einen starken Verwalter, der sich über die Einmischung von B.H. Unruh irritierte. Darauf schrieb Unruh: "H.H. Löwen schreibt mir grobe Briefe. Ich wollte alles versuchen, um die Schuld der Ansiedlung bei der deutschen Regierung zu ermäßigen. Euer stinkender Streit verdirbt auch diese Sache. Ich habe es satt."

      Man fand dann in David Nikkel diesen Mann, der es verstand mit straffer Ordnung und grosser Leitungskunst und viel Fleiss und Arbeit endlich die Siedlung auf eine gute Spur zu bringen. Das gefiel nun der grossen Brüdergemeinde nicht, denn man empfand sein Handeln oft als ein Eingriff in Gemeindeangelegenheiten.

     Peter Pauls Sr, der Nikkel nachfolgte, bekannte viele Jahre später: "Hier beginnt ein Kapitel unserer Geschichte, das an dieser Stelle nur angedeutet werden kann. Es ist kein Ruhmesblatt, wenn von scharfen Auseinandersetzungen, vom Zusammenprall der Meinungen, vielfach in bester Absicht beiderseits, wenn von Unnachgiebigkeit, Spaltungen und leider auch oft vom 'Sturm im Wasserglas', die Rede sein muß. Der Werdegang der Siedlungsgemeinschaft war nicht schmerzlos."

Siedlungsleitung und Genossenschaft

     Wiederholt ist bereits darauf hingewiesen worden, daß die einzige vom Staat anerkannte juristische Person der Siedlung die Genossenschaft war, die "Sociedade Cooperativa Witmarsum" - (SCW), im Umgang meist nur "Sociedade" genannt.

     Daraus ergab sich ein zwiespältiger Zustand, der als Unbehagen empfunden wurde, aber anscheinend nicht endgültig und zufriedenstellend gelöst werden konnte. Die Ursache dafür lag wohl darin, daß die Genossenschaft von ihrer wirtschaftlichen Potenz her, bestärkt durch ihre Legalität, durchaus bestimmend sein konnte, andererseits aber kaum in der Lage war, auch den gesamten kulturellen und kommunalen Bereich abzudecken. Eine gewisse Rivalität mit der gewählten Siedlungsleitung brach deshalb immer wieder auf.

     Am 15. Dezember 1934 wurde auf einer "außerordentlichen allgemeinen Versammlung der Mitglieder der Genossenschaft" ein Beschluß gefaßt, der an sich einsichtig erscheint. Es heißt in dem Protokoll: "Da wir nur eine gesetzlich anerkannte Organisation haben, die landwirtschaftliche Genossenschaft, unsere selbstgeschaffenen bürgerlichen Dorfgemeinden mit den gewählten Schulzen und Oberschulzen aber für unser Fortbestehen als Organisation von großer Bedeutung sind, so beschließt die Versammlung, die jeweiligen Dorfschulzen als Obmänner der Sociedade zu bestätigen, ohne sie in ihrer Funktion zu beschränken. Die Dorfversammlungen sind als Teilversammlungen der Sociedade anzusehen, auf denselben haben folglich auch nur Mitglieder der Sociedade Stimmrecht. Beschlüsse der Dorfversammlungen gelten aber nur für diese, nicht für die Genossenschaft."

     Wenn Walter Quiring diesen Vorgang in seinem Entwurf sehr negativ beurteilt, schrieb er wahrscheinlich im Sinne mancher Zeitgenossen, die das auch so sahen. Quiring unterstellt dem Vorsitzenden der Genossenschaft Heinrich H. Löwen Machtstreben mit der Absicht, die bürgerliche Verwaltung auszuschalten. Löwen sei mit dem Oberschulzen vom Krauel Peter Wieler nach Blumenau gefahren, um ihm dort von amtlicher Seite bestätigen zu lassen, daß eine unabhängige bürgerliche Verwaltung mit Polizeigewalt hierzulande ungesetzlich sei.

     Quirings Urteil: "Nun erst hat Löwen wirklich freie Hand. Jetzt liegt die Verwaltung sicher in seinen Händen. Der Oberschulze ist ausgeschaltet, und der Verbindungsmann' (Peter Klassen) macht keine Ansprüche auf die eigentliche Leitung; ihm genügt der Schein."

     Peter Klassen scheint mit dieser Einschränkung seiner Zuständigkeit als Siedlungsleiter auch einverstanden gewesen zu sein, obwohl er sie bedauert: "Leider fehlt uns für die Gesamtleitung der Siedlung eine einheitliche Linie", schrieb er in der von ihm herausgegeben Zeitschrift "Die Brücke". "Wir sind uns darüber bis heute nicht klar geworden. Trotzdem sehe ich die Dinge so, daß uns die Praxis von den Experimenten weg auf einen einfachen Weg gewiesen hat. Wir sollten den Vertrauensmann nicht in alle Einzelfragen des bürgerlich-wirtschaftlichen Lebens hineinziehen, sondern ihm in der Hauptsache die Vermittlung zwischen der Siedlung und den mennonitischen Komitees überlassen. Für das bürgerlich-wirtschaftliche Leben haben wir in der Sociedade eine stabile gute Organisation, zumal die Schulzenordnung hier im Lande nie eine administrative Vollmacht bekommen wird."

     Der Zwiespalt ergab sich aus dem Anspruch einerseits und dem Unvermögen andererseits. Der Anspruch lag unterschwellig in der ganzen Gemeinschaft, der doch immer noch das Ideal einer straff geführten Siedlung mit bürgerlicher Ordnung und sozialem und kulturellem Aufbau vorschwebte. Das Unvermögen lag zum Teil in den politischen Gegebenheiten, zum Teil aber auch im Mangel an Persönlichkeiten mit der richtigen Haltung in der gegebenen Situation.

     Peter Klassen brachte sein ganzes Unbehagen am Ende seiner Amtsperiode in einem Brief an B.H. Unruh zum Ausdruck: "Es hat sich hier etwas mit einem 'starken Siedlungsleiter!' Diese Stelle ist hier Vertrauensache. Keine Machtmittel als die der Gemeinde stehen hinter ihm. Wie oft klaffen hier Beschlüsse und Ausführung derselben weit auseinander. Da wir nur eine gerichtlich anerkannte Organisation haben, die SCW, gruppiert sich bei uns alles, was nicht rein kirchlich ist, um diese Stelle. Sie spielt natürlich dadurch in unserer armen Welt eine besondere Rolle, weil sich dort die greifbaren Dinge vorfinden. Man hat mir zuweilen den Vorwurf gemacht, ich ginge zu sehr mit H.H.Löwen. Das tue ich, weil dort die Wirtschaft konzentriert ist... Und doch; wenn auch ein Siedlungsleiter hier nicht Ähnlichkeit mit einem Oberschulzen früherer Prägung hat, so bin ich doch schon lange dafür, daß wir eine Stelle haben, von wo aus die Fragen energisch einer Lösung entgegengeführt werden, so daß es mir lieb wäre, wenn wir zu einer strafferen Ordnung kommen könnten..." (8.10.36).

Ordnung und Ordnungskräfte

     In seiner richtungweisenden Wahlrede am 26. August 1933 hatte Peter Klassen den versammelten Siedlern noch einmal deutlich zu machen versucht, daß es darum ginge, alle Kräfte zu sammeln, um das, was man "mennonitische Siedlung" oder auch "mennonitisches Völkchen" nannte, wiederherzustellen und zu erhalten.

     Ein wesentliches Motiv dabei war, auch nach außen hin den allgemein guten Eindruck, das Gesamtbild von den Mennoniten zu wahren. Um das zu erreichen, mußte die Bereitschaft zu einem gewissen Wohlverhalten, zum Einstehen für die gesellschaftliche Ordnung erreicht werden.

     Die mennonitische Gemeinschaft hatte - wohl unbewußt - das Ideal der reinen Gemeinde "ohne Flecken und Runzeln" nach Epheser 5,27, das ein Ideal Menno Simons und seiner Glaubensbrüder gewesen war, auch auf eine geschlossene mennonitische Siedlung übertragen. Damit verband sich nun der starke Drang, die Mitglieder der Gemeinschaft zur Einhaltung der als richtig erkannten Ordnung zu bewegen und, wenn das nicht möglich sei, sie unter öffentlichen Druck zu setzen oder sie gar auch aus der Gemeinschaft auszuschließen.

     Für eine normale polizeiliche Ordnung und öffentliche Gerichtsbarkeit waren die Führungskräfte der Siedlung nicht zuständig. Das hatte man inzwischen begriffen, wie aus der zitierten Fahrt Heinrich H. Löwens mit dem Oberschulzen Peter Wieler zur Polizeistelle nach Blumenau deutlich hervorgeht. Man hatte damit Abschied genommen von der aus Rußland mitgebrachten Vorstellung, daß Mennoniten in ihren geschlossenen Dörfern und Kolonien auch für polizeiliche Ordnung und Gericht verantwortlich sind.

     Doch bei der Sorge um die Ordnung in der Siedlung ging es oft um Dinge, die nach dem öffentlichen Recht nicht verboten waren, um die sich der Siedlungsleiter aber zu kümmern hatte. Daraus erwuchsen ihm dann große Schwierigkeiten, weil seine Machtmittel begrenzt waren. Andererseits war aber gerade dieser Zustand der Anlaß für den Ruf nach Ordnung, nach einer starken Siedlungsleitung, nach dem "starken Mann."

     Dazu ein Protokollauszug von einer Beratung der Siedlungsverwaltung vom 9. September 1933: "Peter Klassen macht darauf aufmerksam, daß am Krauel einige Glieder unserer Gesellschaft sich dem Schnapstrinken hingeben. Ob dagegen etwas zu machen wäre? - Auch wird darauf hingewiesen, daß das Betragen einiger Fuhrleute auf dem Weg nach Neu-Breslau und Hammonia manches zu wünschen übrig läßt. Altkolonisten beklagen sich über solche Personen. - Anknüpfend an solche Mißstände glaubt die Verwaltung berechtigt zu sein, gegen verschiedene Unordnung in der eigenen Gesellschaft vorzugehen."

     Der "Schnapshandel" ist immer wieder Anlaß zu Beratungen. Protokoll vom 13. Oktober 1933: "Peter Klassen macht einige Mitteilungen über den Schnapshandel am Krauel. Nach Rücksprache in Hammonia und Blumenau besteht Aussicht, daß dem Händler das Handwerk gelegt wird. Wichtiger ist aber, was wir mit unsern Leuten tun. Wie können wir innerhalb unserer Gesellschaft vorgehen? Er macht den Vorschlag, hierüber öffentlich vor großen Versammlungen etwas Entscheidendes zu sagen. Auch müßten die kirchlichen Gemeinden von sich aus vorgehen!

      J. Riediger: Wenn ein Familienvater durch Trinken seine Familie gefährdet, haben wir wohl das Recht, dagegen vorzugehen.'

     Der Fall G.L., der in betrunkenem Zustand eine große Summe Geldes verspielt haben soll, wird besonders besprochen..

     J. Riediger weist darauf hin, daß es Fälle gibt, bei welchen man sich fragt, ob die betreffende Person nicht auszuschließen sei von allem ...

     Der Verwaltung der Sociedade soll gesagt werden, daß sie den Fuhrmann P.D. entläßt, weil er der Gesellschaft durch sein Verhalten keine besondere Ehre macht..."

     Sorge machte auch Fehlverhalten und Randalieren Jugendlicher. Über den "Fall H.P." wurde am 8. Dezember 1933 protokolliert: "Zugegen sind außer den fünf Verwaltungsmitgliedern der Oberschulze von Auhagen W. Berg, die Schulzen P. Töws und Ewert, die beiden Ältesten Rosenfeld und Janzen, Lehrer D. Enns und H.H. Löwen... Es liegt ein Protestschreiben der Paca-Dorfgemeinde gegen das Verhalten des Jünglings H.P. vor, der Mitglied der Siedlung Auhagen auf Stoltz-Plateau ist. Es lautet: Ungefähr 10 Uhr abends am 26. September 1933 übte H.P. als Protest gegen ein übles Gerede, das gegen ihn auf der Serra geht, einen Überfall auf das Mitglied des Paca- Dorfes P.H. aus, indem er ihn veranlaßte, das Bett zu verlassen und den Versuch machte, ihn zu schlagen..."

     H.P. wird aufgefordert, die Sache zufriedenstellend zu regeln.

     "Im Falle der Verweigerung unserer obigen Forderung beauftragen wir den Vorstand unserer Siedlung (Schulze, Oberschulze, Siedlungsleiter), betreffende Sache mit Hilfe auswärtig zuständiger Personen in dem von uns gewünschten Sinne zum endgültigen Abschluß zu bringen."

     Es folgen 18 Unterschriften.

     Der Vorstand beratschlagte den ganzen Vormittag über den Fall, und er kam zu dem Schluß, "daß ein großer Teil unserer Jugend demoralisiert ist und wenig Achtung vor Älteren zeigt, vielleicht nicht ohne deren Schuld, wobei als ein Beispiel darauf hingewiesen wird, daß die letzte Bürgerversammlung auf Auhagen (Besprechung der Grundlagen für die neue Siedlungsverwaltung) schlimme Nachklänge bei der Jugend gezeitigt hat: Gewisse Uneinigkeit bei den Alten, Verhandeln über Prügelstrafe u.a. Das habe keinen guten Eindruck bei der Jugend gemacht. Auch die heutige Verwaltung habe wenig Achtung. Es muß Vertrauen zwischen jung und alt geschaffen werden."

      Das Urteil über H.P. lautete: "H.P. wird aufgefordert, sein unehrerbietiges Verhalten gegenüber der Gesellschaft in Ordnung zu bringen. Wenn er das nicht tut, wird er als Mitglied der Gesellschaft ausgeschlossen." H.P. ging nach Blumenau und kümmerte sich nicht weiter um die gesellschaftlichen Beschlüsse.

     Trotz Unvermögen und Widerwärtigkeiten schrieb Peter Klassen nach einer vierjährigen Amtszeit auf seinem unklar definierten Posten als Siedlungsleiter an B.H. Unruh, daß er nur eine, und zwar ganz bestimmte Linie gehabt habe: "Alles einsetzen, damit die einzige wirklich geschlossene Siedlung der Mennoniten in Brasilien erstarkt und gedeiht" (8.10.36).

 

Die Abhängigkeit von den Komitees in Europa

      Die im August 1933 durchgeführten Wahlen machen auf den Leser jener Reden, Briefe und Protokolle einen seltsamen Eindruck. Der ganze Vorgang scheint unter einem gewissen Druck zu stehen, auf den oben bereits hingewiesen wurde.

     Die europäischen Komitees, das HDEB und Prof. B.H. Unruh hatten ein sehr starkes Interesse sowohl an der Strukturierung der Siedlungsverwaltung als auch an deren Besetzung. So verständlich es ist, daß Gorter in Holland und Unruh in Deutschland es in Brasilien mit Partnern zu tun haben wollten, die sie kannten und denen sie vertrauen konnten, da es um den richtigen Einsatz ihrer Hilfsgelder und zum Teil auch um deren Rückzahlung ging, der Eindruck bleibt, daß der starke Druck von außen die internen Spannungen nur noch steigerte.

     Peter Klassen sagte in der bereits zitierten Wahlrede mit Bezug auf den Punkt "Prof. B.H. Unruhs Forderung": "Ich weiß, daß ich jetzt an eine tiefe, nicht vernarbte Wunde rühre. Wir dürfen uns heute aber nicht von weichlichen Empfindungen leiten lassen. B.H. Unruh fordert, daß Heinrich Martins als vollberechtigtes Mitglied in einer künftigen Siedlungsleitung mitarbeitet. Erlaubt mir, daß ich, als einer, der Prof. B.H. Unruh zu verstehen versucht, euch obige Forderung erkläre. Prof. Unruh steht in einer weltweiten Organisation, die neuerdings wieder vor große Aufgaben gestellt ist. Diese Organisation braucht starke Stützen des Vertrauens von allen mennonitischen Gruppen, besonders aber von solchen, die Hilfe von ihr empfangen haben . . . Prof. Unruh sieht nun aber in H. Martins den Gewährsmann für die Erfüllung obiger Forderungen... Wenn ihr den Vertrauensmann B.H. Unruhs in die Leitung mit hineingewählt habt, dann habt ihr gezeigt, daß ihr wirklich die Neuordnung der Verhältnisse wollt..."

     Die "Aussprache" vor der Wahl am 26. August 1933 zeigte die ungute Stimmung. "Die Versammlung ist sich einig darin, B.H. Unruh das vollste Vertrauen zum Ausdruck zu bringen, wünscht aber festzustellen, daß auf die Wähler kein Gewissenszwang ausgeübt werden soll," heißt es im Protokoll. Andere wiesen auf die Folgen hin, falls man den Vertrauensmann nicht wählen würde.

     Die Sache war zerfahren. Martins selbst warnte davor, ihn zu wählen. Peter Klassen schrieb an Johann Riediger: "Selbst die, welche für Martins einstehen, können sich keine ersprießliche Arbeit denken, wenn Martins wirklich mit Hängen und Würgen durchkommt" (27.9.33).

     Martins wurde wirklich mit in die Verwaltung gewählt, doch er ertrug die Spannung nur wenige Monate. Dann verließ er die Siedlung.

     B.H. Unruh ließ seinen Druck noch nachträglich spüren. "Ich lehne eine Einmischung in Eure Wahlen ab," schrieb er an Klassen. "Ich habe Euch immer nur gesagt, daß ich eine vollwertige und vollwürdige Mitarbeit von Heinrich Martins verlange und daß ich zurücktrete, wenn eine solche Mitarbeit von Martins nicht möglich ist . . . Ihr könnt mir hierin nicht entgegenkommen, Ihr fühlt Euch vergewaltigt, Herr H.H. Löwen schreibt mir grobe Briefe und Du rätst mir, stiller zu werden" (4.1.34).

    Dort die Forderungen der europäischen Komitees, die sicher alles dransetzten, den Siedlungen in Brasilien durch ihre Hilfe und Beratung eine gedeihliche Zukunft zu sichern, hier die ungeheure Siedlungsnot, die Abhängigkeit und die aufeinanderprallenden Meinungsverschiedenheiten.

     B.H. Unruh empfand sie als Undank und Ungehorsam. Es klingt wie Resignation, wenn er schreibt: "Die Hälfte meiner Kraft ist zerstört worden durch den Unfrieden unter den Flüchtlingen. Das darf ich sagen, und das muß ich einmal ganz nackt aussprechen. Ich tue das nicht, um Euch traurig zu stimmen. Ihr werdet Euren Weg geführt werden, auch wenn ich Euch in Brasilien des weiteren nicht betreuen sollte. Es werden das dann andere machen. Ich möchte Euch aber bitten: Gebet der Welt nicht das Schauspiel eines unwürdigen Kampfes untereinander, wo unsere Gemeinden in Rußland buchstäblich zerbrechen" (8.5.34).

     In einem andern Brief: "Ich wollte alles versuchen, um die Schuld der Ansiedlung bei der deutschen Regierung zu ermäßigen. Euer stinkender Streit verdirbt auch diese Sache. Ich habe es satt" (24.5.33).

 

Der "Neue Kurs"

Die Wahl des Siedlungsleiters David Nikkel

     In seinem Vortrag zum dreißigjährigen Bestehen der Neusiedlung Witmarsum in Parana im Jahre 1981 sagte der Altsiedlungsleiter Peter Pauls mit Bezug auf die Verwaltung im alten Witmarsum in Santa Catarina: "Hier beginnt ein Kapitel unserer Geschichte, das an dieser Stelle nur angedeutet werden kann. Es ist kein Ruhmesblatt, wenn von scharfen Auseinandersetzungen, vom Zusammenprall der Meinungen, vielfach in bester Absicht beiderseits, wenn von Unnachgiebigkeit, Spaltungen und leider auch oft vom 'Sturm im Wasserglas', die Rede sein muß. Der Werdegang der Siedlungsgemeinschaft war nicht schmerzlos. Es ist aber auch geschichtlich nachweisbar, daß unsere mennonitische Gemeinschaft bisher immer die Vordermänner und Persönlichkeiten zur Verfügung hatte, die befähigt waren, auch in turbulenten Zeiten, sei es in einer Katastrophe wie vor Moskau oder beim Neuanfang im Urwald, die Geschicke der Gemeinschaft zu lenken."

      Das ist tatsächlich bei all der existentiellen Not, bei der Härte der Auseinandersetzungen und bei den immer neuen Rückschlägen das Erstaunliche. Aus einem anscheinend unerschöpflichen Kräftereservoir regenerierte sich die Siedlungsgemeinschaft immer wieder zu neuen Versuchen, die Gemeinschaft zu festigen, einen begonnenen Aufbau fortzusetzen. Wo lagen diese Kräfte verborgen, oder besser vielleicht, wo lag die Motivation, diese Kräfte immer wieder neu zu mobilisieren? War es der Urgrund des täuferischen Glaubensverständnisses mit dem Traum von der idealen Urgemeinde, war es die sippenmäßige Verbundenheit einer durch Jahrhunderte zusammengefügten Schicksalsgemeinschaft oder war es die in Rußland entstandene kirchlich-kultur-politische Organisation, stark verbunden mit einem ethnischen Selbstbewußtsein? Es dürfte alles mitgespielt haben in einer unterschwelligen Verzahnung, die einer rationalen Analyse schwer zugänglich ist.

      Es kam in den Siedlungen in Santa Catarina um die Jahreswende 1936/ 1937 zu einem Neuaufraffen, dessen ganz bewußte Motivation in der Bezeichnung "Neuer Kurs" zu erkennen ist. Dieser neue Ansatz, die Siedlungsgemeinschaft nach dem alten Vorbild zu gestalten, stand unter der Leitung des am 19. Dezember 1936 gewählten Bauern und Predigers David Nikkel. Er führte die Siedlung zwölf Jahre lang, mit jährlicher Wiederwahl. Aus den Unterlagen wird deutlich, daß dieser neue Ansatz und die nun beginnende Tätigkeit nicht in erster Linie das Werk oder gar die Ambition eines Mannes waren, obwohl sein persönlicher Einsatz nicht selten diesen Eindruck macht. Jedenfalls scheint die Grundlage für alles Tun urdemokratisch zu sein, und alles hing ab von der Entscheidung der Siedlerversammlung, in erster Linie die Wahl selbst. Die Anregung kam von Peter Klassen, dem bisherigen Siedlungsleiter und "Vertrauensmann", dessen Tätigkeit nach eigener Aussage "vielen Beanstandungen" ausgesetzt war.

      Im Protokoll vom 3. Oktober 1936 heißt es: "Zum Schluß bittet P. Klassen die Siedler, sie möchten dem Gedanken nachgehen, ob es nicht bei der nächsten Generalversammlung möglich sein könnte, einen Mann herauszustellen, der alle Angelegenheiten des wirtschaftlichen Lebens auf unserer Siedlung zusammenfasse und in Gemeinschaft mit den Siedlern und unsern andern Organisationen die Siedlung zu deren besserem Gedeihen beeinflusse." Nach der Wahl schrieb Klassen an B.H. Unruh: "Wir haben vorgestern eine allgemeine Siedlerversammlung gehabt, auf welcher beschlossen wurde, alle Zweige unserer Arbeit (ausgenommen die der Kirchen) unter eine zentrale Leitung zu stellen. Oder, wenn ich mich anders ausdrücken soll: Wir haben einen neuen Siedlungsleiter (Oberschulzen) gewählt, der von den Siedlern mit größeren Vollmachten ausgestattet ist, als ich sie unter der alten Ordnung haben konnte. Es hat sich bei vielen Gelegenheiten herausgestellt, daß die Entwicklung der Siedlung darunter leidet, daß wir keine straffe Konzentration der Kräfte haben... Wir haben nach reiflicher Überlegung Bruder David Nikkel gewählt... einen Mann, den die Brüder in Holland schätzen lernen werden, wie ich ihn schätze und wie auch Prof. Unruh ihn schätzt" (21.12.36).

      Die Amtsübernahme durch David Nikkel wurde allgemein lebhaft begrüßt und mit großen Erwartungen verbunden. Walter Quiring, der zur Zeit der Wahl gerade in Brasilien weilte, um seine Feldstudie zu machen, und der beratend und beeinflussend in der Siedlung sehr stark mitwirkte, kommentierte den "Neuen Kurs" in seinem Entwurf: "Jener ungesunde Zustand sollte erst 1936 ein Ende finden. Bei längerer Dauer wäre die Siedlung an ihm zugrunde gegangen... Endlich, am 19. Dezember 1936, gelingt es der Ansiedlung, trotz all der diplomatischen Winkelzüge Löwen - Klassen, den Kolonisten David Nikkel aus Gnadental zum Siedlungsleiter zu wählen... In ganz kurzer Zeit ist die Mehrheit auf der Ansiedlung auch innerlich für die altbewährte Ordnung gewonnen.. Sehr bald wird offenbar, daß der neue Siedlungsleiter, ein gerader und aufrechter Mann, keineswegs nur ein Strohmann Löwens zu sein vorhat . . . Auf den von Zeit zu Zeit stattfindenden Siedlerversammlungen werden nunmehr alle Fragen und Probleme der Ansiedlung zur gemeinsamen Beratung gestellt und zum Wohl der Gemeinschaft entschieden...

     So hat der zähe Lebenswille dieser auslandsdeutschen Gruppe und die Besinnung auf ihre in einigen Jahrhunderten gewachsene Überlieferung doch noch gesiegt und die Ansiedlung zurückfinden lassen zu Selbstzucht und Disziplin... Sie weiß, daß Angriffe von außen auf ihre Geschlossenheit bestimmt nicht ausbleiben werden. Doch es ist zu hoffen, daß ihre innere Widerstandskraft in diesem Kampf um die Selbsterhaltung nicht zerbrechen, sondern nur immer stärker werden wird."

     Quiring formuliert seine zeitgenössische Darstellung - hier und auch weiter - in eindeutiger Parteinahme. Nach einer späteren Darstellung von Peter Pauls jun. ist Dr. Walter Quiring 1937 im Auftrag von Prof. Unruh nach Brasilien gekommen, um in der zerfahrenen Lage zu vermitteln. Er habe die Stellung des Amtes gehoben, indem er das Wort "Siedlungsleiter" prägte.

     In den sonstigen zur Verfügung stehenden Unterlagen ist von einem Auftrag Quirings nicht so deutlich die Rede, obwohl besonders in den Briefen B.H.Unruhs immer wieder zum Ausdruck kommt, welche bedeutende Rolle Quiring während seines Aufenthaltes am Krauel und auf dem Stoltz-Plateau gespielt hat: "Dort geht ein Kampf mit Löwen... Er droht mit brasilianischen Gesetzen. Dr. Quiring hat ihm den Fehdehandschuh hingeworfen... Die Holländer waren gegen die Einmischung von Dr. Quiring. Ich antwortete sofort und trat für ihn ein... Dort ist eine ganz gemeine Clique, daß Sie es wissen! die Ihre und unsere Arbeit immer gestört hat. Gegen die läuft Quiring Sturm... Alle gingen mit Löwen gegen Martins. Das hat Quiring als Historiker beim Studium der Akten gesehen. Und nun boxt er sich mit Löwen. Dieser wird diesmal unterliegen... Ohne Dr. Quiring wäre es zu der Umstellung und Gesundung nicht gekommen..."
    Nikkel hatte die Holländer schon vorher informiert: "Ich bin ein einfacher Kolonist und habe nie daran gedacht, daß ich jemals zu solchen schweren und großen Aufgaben berufen werden könnte. Nun hat es jedoch die Vorsehung so beschlossen, und ich will gehorsam mich unter die Last stellen, in der Erwartung, daß der liebe Gott mich samt der Last tragen wird" (24.12.36).

     Auch B.H. Unruh begrüßte Nikkel mit großen Erwartungen. "Gott helfe Ihnen in Ihrem neuen verantwortungsvollen Beruf. Er gebe Ihnen Weisheit, Festigkeit und Liebe bei all Ihrem Tun! Meiner vollen Unterstützung und der unserer holländischen Freunde können Sie gewiß sein!... Stellen Sie die allerbesten Beziehungen zu der KfK, zu der Sociedade, dem Arzt, dem Schulrat, der Lehrerschaft, der Schriftleitung her, hören Sie auf alle Ratschläge, Warnungen, Kritiken, aber fürchten Sie niemals irgendjemanden als nur Gott. Bewahren Sie sich Ihre Selbständigkeit, auch uns gegenüber, als Mann und als Christ" (6.2.37).

     Etwas später: "Ihre Siedlung hat schon manchen Sturm erlebt. Er schüttelt gegenwärtig auch wieder den Baum. Hoffentlich senken sich dadurch seine Wurzeln tiefer ins Erdreich und erstarken" (15.4.37).

     Unruh meldete sich dann Mitte 1937, als Witmarsum bereits einen neuen Sturm der Auseinandersetzungen erlebte, mit einem vierseitigen Schreiben unter der Überschrift: "Meine Stellung zu Herrn D. Nikkel." Auch er war eingehend von Dr. Dyck und Dr. Quiring informiert worden. Das Schreiben ist eine eindeutige Stellungnahme für David Nikkel gegen Heinrich H. Löwen und Peter Klassen, die sich dem "Neuen Kurs" widersetzt hatten (6.6.37).

     ​Nikkels Amtszeit in Witmarsum - um nicht Ära zu sagen ist mit Sicherheit die Phase mit den härtesten Auseinandersetzungen in der Geschichte der rußlanddeutschen Mennoniten Brasiliens. Die Achtung, die ihm und seiner Zeit nachträglich trotzdem gezollt wird, gründet sich wohl in erster Linie darauf, daß hier das hingebungsvolle Bestreben anerkannt wird, das Ideal einer deutschmennonitischen Siedlungsgemeinschaft herzustellen. Es liegt zum andern aber wohl auch daran, das Nikkels Haltung zwar hart und unnachgiebig, aber offen und ehrlich war.

      Walter Quiring urteilte 1953: "Erst 1936 gelingt es Witmarsum nach mancherlei Widerständen, sich eine Verwaltung zu schaffen, wie sie sich in den mennonitischen Siedlungen in Rußland bewährt hatte: Siedlerversammlung, Oberschulze, Schulzen."

      1953 berichtete auch Dr. Fritz Kliewer in der "Brasil-Post" über den Werdegang der mennonitischen Siedlungen in Brasilien, und er zollt dabei "der straffen Führung ihres erfahrenen Siedlungsleiters David Nikkel" die Anerkennung, daß die Siedlung wirtschaftlich gefestigt werden konnte.

     Selbst in dem bekannten Geschichtswerk "Weltweite Bruderschaft" von Horst Penner heißt es, daß "die Siedlung am Krauel unter der Leitung ihres tüchtigen Oberschulzen Nikkel zunächst bestehen blieb."

    Wenn die Haltung David Nikkels in den vielen Auseinandersetzungen als offen und ehrlich bezeichnet wurde, dann muß das gleiche auch von seinen damaligen Gegnern gesagt werden. Jedenfalls wurde an der eigenen Einstellung und an der Meinung über den Gegner kein Zweifel gelassen.

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Fortsetzung folgt​​​

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-Die Mennoniten Brasiliens sterben aus                                                        Hier

- Russland im Jahre 1929, Der Bote                                     Hier

-Flucht aus der Hölle Stalins                                                                                                       Hier 

Ein Besuch bei den Amischen Mennoniten -Dr. Kornelius Krahn - Hier

Die vielfältigen Rollen der Mennoniten im Holocaust     Hier

Helene Berg - mennonitische Hebamme in Molotschna, eine gute Bekannte Himmlers, ein Naziführer                                                                                                                     Hier         

Amalie Reimer - aus Chortitza, Mennonitin, Agentin der Kommunisten, Kollaborateurin der Nazis.                                              Hier

-Ak-Metschet - eine Mennonitenkolonie im fernen Asien      Hier

-Geschichten aus unserer Geschichte     Hier 

- "Geschichten aus der Geschichte der Mennoniten"

Das Programm vom Jahr 2025          - Hier

Das Programm vom Jahr 2024,         - Hier 

Das Programm vom Jahr 2023          - Hier

 


Texte, die über Whatsapp angefordert werden können:

-Schreckenstage in Moskau Was unsere Eltern in jenen Novembertagen erlebt haben ​anhand von Berichten der Mennonitischen Rundschau

- Die hutterischen Brüder - Wanderungen und Leid     

- Texte:Brautschau eines Predigers, Gehen Mennoniten in der Stadt unter?, u.a.m.

-Die Mennoniten Russlands und die Zaren    

-Das tragische Ende der Danzig- Westpreußischen Mennoniten Gemeinden

-Turkestan-Eine mennonitische Auswanderung mit Folgen

- Die Autobiographie Wilhelm Hüberts 

- Mennoniten in Polen/Preussen 

Die erste Auswanderung der Mennoniten nach Südrussland 

- Tagebuch aus dem Reich des Totentanzes - Ein Bericht über die Zeit von Machnos Terror unter den Mennoniten 

​​- Erinnerungen aus dem alten und neuen Rußland    

- Besuch bei den Aultkolonia, Bolivien        

- Mennoniten und die Herstellung von alkoholischen Getränken in Russland 

Erinnerungen an Moskau1929, Heinrich Martins 

Schwere Verbrechen und Vergehen in Russland 

Was macht mennonitische Beerdigungen so einzigartig?   

Mennonitische Namen 

Reisen eines Schweizers nach Südrussland, 1822-1828  

Über die Abspaltung der Sectierer. Geschichte der Gründung der MBG in Russland in den Augen eines Aussenseiters  

- Die Reise von Charbin zum Chaco​ - Irmgards Vorfahre erzählt dieses Abenteuer             

- Lehrer Heinrich Heese (1787-1868)​ -Die Widerwärtigkeiten eines bedeutenden Lehrers unter den Mennoniten Russlands

-Als der Weltkrieg zu Ende ging, welche Nachrichten unsere Eltern bewegten 

Der "Stundismus" - Eine evangelische (rein russische) Erweckung zur Zeit der Mennoniten in Russland                                                               

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